2. – 6. Schuljahr

Anke Märk-Bürmann

Bücherkarussell, Buchcasting und Co.

Die Zusammenarbeit mit Öffentlichen Bibliotheken als Beitrag zur Unterstützung der schulischen Lesekultur

Um die Lesekultur in einer Schule lebendig zu gestalten, ist es unerlässlich, über ein attraktives Leseangebot mit vielen aktuellen Büchern zu verfügen. Ein zuverlässiger Partner kann hierbei die Öffentliche Bibliothek vor Ort sein.

Die Ausstattung vieler Schulbüchereien lässt zu wünschen übrig. Oft fehlt es an finanzieller und personeller Unterstützung durch den Träger, sodass nur mit viel ehrenamtlicher Unterstützung durch Eltern und durch private Spenden punktuell, aber kein dauerhaftes, professionell begleitetes Leseangebot gemacht werden kann. Somit ist die Zusammenarbeit mit der Öffentlichen Bibliothek vor Ort umso wichtiger, denn hier kümmern sich Fachkräfte um den Aufbau eines attraktiven Medienbestands. Ein jährlicher Besuch der Öffentlichen Bibliothek vor Ort ist auf jeden Fall sinnvoll. Insbesondere für die Kinder, die in ihrem familiären Umfeld nicht gut mit Büchern versorgt werden, ist es wichtig zu wissen, wo sich die Öffentliche Bibliothek in ihrer Stadt befindet. Viele Öffentliche Bibliotheken bieten handlungsorientierte, spielerisch und multimedial gestaltete Einführungen und Rallyes an.
Damit sich Schule und Bibliothek im Bereich Leseförderung als gleichberechtigte Partner begegnen, freuen sich Öffentliche Bibliotheken im Regelfall über eine Einladung in die Schule. Dies kann für Bibliotheken, die die mangelnde Bereitschaft der Schulen an einer Zusammenarbeit beanstanden, ein fruchtbringender Weg des Brückenbaus sein. Doch in welcher Weise kann die Schule von der Bibliothek als Partner zur Gestaltung des literarischen Lebens in der Schule profitieren?
Eine Vielfalt von Büchern präsentieren
Die altbewährte Ausleihe einer Bücherkiste zu gängigen Sachthemen wie Tiere oder Wald bzw. zu erzählender Literatur wie Erstlese- oder Antolin-Büchern gehört seit vielen Jahren zum Standardrepertoire Öffentlicher Bibliotheken. Aufgrund der Einführung der Inklusion und der wachsenden Anzahl von Kindern mit Migrationshintergrund sind Schulklassen zunehmend heterogener zusammengesetzt. Die Lesefähigkeiten und thematischen Interessen der Kinder weichen deutlich voneinander ab und machen ein individuelles Angebot notwendiger denn je. Darauf haben sich die Bibliotheken eingestellt. So ist der Bestand an mehrsprachiger und leicht zu lesender Literatur deutlich gewachsen. Es gibt Bücherkisten zu textlosen Bilderbüchern, Kisten mit zusätzlichen digitalen Hörstiften, Themenpakete „Leben in anderen Ländern, Texte in einfacher Sprache und vieles mehr. Beispielhaft sei hier auf die umfangreiche Liste der Büchereizentrale Niedersachsen verwiesen (https://www.bz-niedersachsen.de/willkommen-bibliotheksangebote-fuer-fluechtlinge.html).
Spiel- und bewegungsorientierte Methoden
Wie können die Inhalte einer solchen Kiste „schmackhaft gemacht werden, sodass jedes Kind ein passgenaues Buch findet? Dafür wurden mit dem Buchvoting, Bücherkarussell und Buchcasting eine Reihe von spielerischen Methoden entwickelt und in der Praxis erprobt.
Das Buchvoting (https://www.alf-hannover.de/sites/default/files/materialien/buchvoting.pdf), ist ein bewegungsorientierter Rundlauf um Bücher, die auf dem Boden verteilt liegen. Viel Vergnügen macht diese Methode, wenn sie mit Musik begleitet wird. Das Interesse für bestimmte Bücher wird hier zunächst nur über das Buchcover geweckt. Am Ende werden mit der Vergabe von Spielsteinen Sieger-Bücher bestimmt und kurz vorgestellt.
Beim Bücherkarussell (https://www.alf-hannover.de/sites/default/files/materialien/buecherkarussell.pdf) wandern nicht die Kinder um die Bücher, sondern die Bücher machen eine Art Rundlauf, indem sie im Kreis weitergegeben werden. Auch hier kann Musik eingesetzt werden. Wird die Musik gestoppt, erhalten die Kinder Zeit, sich das Buch, das gerade bei ihnen eingetroffen ist, näher anzusehen...

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