3. – 4. Schuljahr

Birgit Mehrmann

Hier ist was los!

Text-Bilder auf dem Geschichtenspielfeld

Was ist los vor meiner Tür? Um das zu erkunden, malen die Kinder Bilder zu einer Geschichte, die sie dann auf einem Geschichtenspielfeld in Bewegung umsetzen. So eignen sie sich die Erzählung an und kommen en passant ins Gespräch über ihre Figuren und deren Schicksal.

Der Deutsche Jugendliteraturpreis (DJLP) ist 60 Jahre alt geworden. Zum Jubiläum gibt es die Anthologie „Was ist los vor meiner Tür? (s. Cover) Darin schreiben 20 Autorinnen und Autoren über Mensch und Tier und Co. Erzählungen, die sich mit der Titelfrage auseinandersetzen.
Die Geschichte „Mein Kirschbaum der Schwedin Rose Lagercrantz aus dem Sammelband ist Grundlage für diese Unterrichtsidee zu Text-Bildern auf dem „Geschichtenspielfeld.
„Mein Kirschbaum die Geschichte
Es ist eine hoffnungsfrohe Geschichte über eine Kinderfreundschaft, in deren Zentrum ein Kirschbaum zum Symbol für Sicherheit, Freude und wachsende Zuversicht wird. Ein Mädchen von sieben Jahren lebt mit seiner Mutter auf einer Insel. Sie kommen aus einem anderen Land. Auf der Insel sind sie „geheim. Ein hilfsbereiter Fischer hat sie zu Kerstin, der Lehrerin auf der Insel, gebracht. Sie gibt dem Mädchen und der Mutter ein Zuhause.
Der Lieblingsort des Mädchens auf der Insel ist ein Kirschbaum. Im Baum begegnet sie eines Tages Theo, dem Nachbarsjungen. Die Kinder freunden sich an. Theo bringt dem Mädchen bei, dass es „Insel und „Festland heißt, und sie spucken die Kirschkerne um die Wette.
Manchmal, wenn Theo viel in der Schule und bei seinen Freunden ist, ist das Mädchen allein im Kirschbaum und denkt an seinen Vater. Der Vater ist in dem Land, aus dem sie kommen, im Gefängnis, da er Dinge geschrieben und gesagt hat, die man dort nicht schreiben und sagen darf. Eines Tages findet das Mädchen ein Geschenk: „Von Theo für eine geheime Freundin. Darin sind wärmende rote Wollhandschuhe. Es ist Winter. Das Wasser um die Insel herum ist zu Eis gefroren, und das Mädchen hat nur wenige Sachen zum Anziehen.
Eines Tages läuft ein Mann über das Eis und gelangt auf die Insel. Ein Polizist? Als der Mann an der grünen Tür klopft, öffnet die Mutter und weint vor Freude. Der Mann ist ihr Mann und der Vater des Mädchens. Das Mädchen sollte zur Schule gehen, finden Kerstin und der Vater. Sie sitzen mit dem Mädchen und der Mutter in Kerstins Küche und essen selbst gebackenen Kuchen. Theo ist auch dabei. 

Einfühlsam und poetisch erzählt Rose Lagercrantz diese kurze Geschichte aus der Sicht des Mädchens. Die Handlung ist einfach, die Gefühlsebenen sind vielschichtig. Lagercrantz Erzählung liefert anschauliche sprachliche Bilder, die eine Schulklasse choreografisch nacherzählen kann. Dafür wird die Erzählung „Mein Kirschbaum in zehn „Textbilder und Textabschnitte entsprechend gekürzt unterteilt (M3) und von der Klasse inszeniert.
„Mein Kirschbaum auf dem Geschichtenspielfeld
Bevor es losgehen kann, sind einige Vorbereitungen zu treffen: Die Kinder sitzen im Stuhlkreis. In der Mitte liegt das „Geschichtenspielfeld: ein etwa 3×3 Meter großer Bogen und sechs DIN-A4-Bögen Papier. Darum herum sitzen die Kinder so, dass alle an das Geschichtenspielfeld gelangen können. Nun malen einige Kinder gemeinsam das Geschichtenspielfeld: Auf das große Papier malen sie die Umrisse einer Insel und an den Rand die Küste des Festlandes. Auf die sechs A4-Bögen malen sie jeweils seitenfüllend ein Haus mit einer grünen Tür, einen Kirschbaum mit Früchten, ein Nachbarhaus, eine Schule, ein Gebüsch mit einer Abfalltonne und eine Küche. Andere Kinder kneten die Spielfiguren: ein Mädchen, ihren Freund Theo, drei bis vier Schulfreunde, Mutter und Vater.
Nach dem Malen und Kneten sitzen alle Kinder wieder im Stuhlkreis: In der Mitte liegt der Bogen Papier mit der Insel; an der Seite warten die Einzelbilder und die Knetfiguren und ein Päckchen mit roten Handschuhen auf ihren Einsatz.
Nun lesen Sie die Geschichte...

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